Verzwickt

 

Nach Ferien stand mir der Sinn

und fragte mich : " Wo fahr ich hin ? "

Das Fernweh plagte mich gar sehr,

fuhr eine Woche mal ans Meer .

 

Da saß ich nun - allein am Strand

ein Krebs der krabbelt durch den Sand

und fragte mich als er mich sah :

" Ja wen haben wir denn da ?

Soll ich dich mal richtig zwicken ? "

" Du . lass dich bloß nicht bei mir blicken ! "

sagt ich zu ihm . " Wag´ s bloß nicht - wehe ! "

Der Krebs der zwickt  mir in die Zehe .

 

Da hopste ich vor Schreck ins Meer -

ne Qualle kam mir in die Quer .

Die war mir nicht geheuer

und gab mir ordentlich Feuer .

Ich schrie nur : " hast du sie noch alle ! ? "

Sie meint . " Ich bin ne Feuerqualle . "

 

Ich hielt es nun hier nicht mehr aus

fuhr noch am selben Tag nach Haus .

Ich weiß es klingt total verrückt :

Dieser Urlaub war verzwickt . 

 (c)Text und Zeichnung : Heike Diehl


 

Der Unkrautberg

In meinem Garten sieht es aus !

Voller Unkraut - welch ein Graus !

Es wird mir langsam echt zu viel !

Ich reiß es aus mit Stumpf und Stil .

Gänsedistel , Knöterich ,

Schöllkraut , Sumpfgras , Wegerich ,

Wicken , Giersch und Löwenzahn

und dann kommt das Verwelkte dran .

 

Mein  Unkrautberg wächst immer weiter ,

so langsam brauch ich eine Leiter .

Es passt bald wirklich nix mehr drauf -

ich mag nicht mehr - ich hör jetzt auf !

 

Plötzlich sah ich unterm Berg

einen frechen , kleinen Zwerg .

Der hatte keine Zipfelmütze , aber eine Glatze .

Der streckte mir die Zunge raus

und  schnitt mir eine Fratze .

 

Er sprach zu mir : " Du dumme Nuss !

Warum lässt du´ s nicht steh'n ?

Das Unkraut stört doch keine Sau ,

es ist doch wunderschön ! "

 

Ich sagte zu dem frechen Zwerg  :

"Du  kleiner Pimpf sei  still !

Der Garten das ist meine  Welt ,

da mach ich was ich will ! "

 

Der kleine Zwerg hat laut geflucht

und das Weite dann gesucht .

hab mich vor Lachen gerad ´ gebogen -

das mit dem Zwerg das war gelogen ....

 

© Heike Diehl

 

Text und Foto : (c) Heike Diehl


 

 

IM CHAOSBERG VERSCHWUNDEN

 

Ich versuch mich aufzuraffen -

ich muss mal wieder Ordnung schaffen .

So ab und zu muss das mal sein -

doch , man möge mir verzeih´n -

bei mir herrscht Chaos . ich hab richtig Frust .

Ich hätt ´ Zeit zum räumen -

ich hab keine Lust !

 

Ich schieb´ s seit Wochen vor mir her ,

mein Chaosberg wächst immer mehr .

Im eigenen Chaos werd ´ ich verschwinden

und mich wird niemals einer  finden .

Höchstens meine Knochen

nach vielen , vielen Wochen ...

 

(c)Text und Bild : Heike Diehl


 

Schnippel Schnapp

 

Heut könnt ich die Motten kriegen

mein Haar will überhaupt nicht liegen .

Langsam krieg ' ich richtig Frust .

Zum Frisör ? Nö – keine Lust !

 

Seh aus wie ein gerupftes Huhn

Es wird Zeit , ich muss was tun !

Ich nehm' die Schere – schnippel schnapp

und schneide mir die Haare ab .

 

Ich selbst mir auf die Schulter klopf -

sieht doch jetzt besser aus mein Kopf .

Zufrieden mit dem Resultat

hab ich Frisör und Geld gespart .

  

Text und Zeichnung: Heike Diehl


 

 

Stinkekäse

 

Ich öffne die Tür vom „ kühlen Schrank ,

für viele ist es nur Gestank

der Geruch von Stinkekäse

so manche rümpfen ihre „Näse „

und denken da an eine Gruft .

Für mich ist es ein toller Duft .

 

Esrom . Gouda , Romadour

Handkäs ' mit Mussik und auch pur .

Edamer , Tilsit , Appenzell ,

Limburger und Babybel ,

Parmesan und Camembert,

da fällt die Auswahl ziemlich schwer .

 

Ob Käse mit und ohne Loch -

egal – gefressen wird er doch .

Will mir jemand den Käse klau' n

dem werd ' ich auf die Finger haun .

 

© Heike Diehl

 

 

meiner !!!  Finger weg !  (c) Heike Diehl


 

Ein Drachen aus Papier

 

Wenn im  Herbst die Stürme brausen ,

mir Blätter um die Ohren sausen ,

sich Äste an den Bäumen biegen ,

da lass ich gern mal einen fliegen ...

 

...einen Drachen , was dachtet ihr ,

nen schönen bunten aus Papier .

Zitronengelb mit roten Streifen

und einem langen Schwanz aus Schleifen .

 

Fehlt nur noch eine lange Schnur

dann geht es raus in die  Natur .

Hoch in die Luft steigt er empor -

wie ein Kind komm ´ ich mir vor !

 

Plötzlich kommt ein starker Wind ,

packt meinen Drachen ganz geschwind

und lenkt ihn doch , man glaubt es kaum ,

direkt in einen Apfelbaum .

 

Da hängt er - hilflos und ganz schlapp

und die Schnur reißt auch noch ab !

Mist ! Jetzt kommt ein Regenschauer -

allmählich werd´ ich richtig sauer .

 

Ich wollt´ gerad ´ meinen Drachen holen -

plötzlich fliegen doch zwei Dohlen 

zu meinem Drachen , froh und munter

und setzen sich direkt darunter .

 

Mein schöner Drachen , welch ein Segen ,

dient jetzt den Zwei als Schutz vor Regen .

Ich schenk den beiden meinen Drachen -

ich werd ´ mir einen neuen machen .

 

 

Foto / Zeichnung: (c) Heike Diehl


 

 

Quer durch die  Wüste

 

Quer durch die Wüste ritt ich mal

auf meinem Esel   Parcival .

Sonne , Wüstensand ,  Kakteen -

das alles konnt ' ich nur noch seh'n .

 

Ein Pfeil verfehlte mich nur knapp 

drauf hin warf mich mein  Esel ab .

Ich lag im heißen Sand und fluchte ,

mein Esel schnell das Weite suchte .

Ich konnt ' ihn nirgendwo entdecken -

nicht um' s Verrecken !!!

 

Ich robbte durch den Wüstensand -

ob mich hier jemals einer fand ?

Wenn , dann höchstens  als Skelett -

da wacht ich auf und lag im Bett .

Es war alles nur ein Traum , mehr nicht

und so entstand dieses Gedicht .

 

Text und Zeichnung:(c) Heike Diehl


 

Zwergenmädel

 

Ich weiß es gar nicht so genau :

Gibt es eine Zwergenfrau ?

eigentlich weiß jedes Kind

dass die Zwerge Männer sind .

 

Bei Schneewittchen war' n es sieben ,

wo   sind die Mädels nur geblieben ?

Mein Gartenzwerg ist ganz allein ,

der würd ' sich über' n Mädel freu' n .

 

Ich sah nach bei Amazon

und entdeckte sie auch schon :

ein süßes , kleines Zwergenmädel

mit blonden Zöpfen - sie hieß Gretel .

 

Bestellte sie per Telefon,

drei Tage später kam sie schon .

Nun habe ich ,es ist kein Märchen ,

ein wunderschönes Zwergenpärchen .

 

Text und Zeichnung:(c) Heike Diehl


 

Engelchen und Teufelchen

 

Ich saß zuhause , ganz allein,

vor mir stand ne Flasche Wein .

Ich wollt mir gerad ' nen Öffner holen ,

da kam herein , auf leisen Sohlen

ein  Engelchen , so zart und fein

und sprach zu mir : " Mensch lass das sein 1

Alkohol ist ungesund ,

der Kopf wird dick , die Füsse rund .

Lässt du diese Flasche steh'n

dann wird' s dir morgen besser geh' n . "

 

Da bekam ich einen Schreck

und tat den Öffner wieder weg .

Da kam das Teufelchen und grinst

und sagt zu mir : " Ich glaub du spinnst !

Hör doch nicht auf den Idioten ,

Alkohol ist nicht verboten .

Gönn dir diese Flasche Wein

und lass den Engel Engel sein . "

 

Das rief der Engel voller Wut :

"Hör nicht auf diese Höllenbrut !

Vom vielen Wein wird dir nur schlecht " 

Ich sag zum Engel : " Du hast recht !

Diese Flasche die bleibt zu !

Teufelchen lass mich in  Ruh ! "

 

Das Teufelchen , ihr lieben Leute

suchte fluchend schnell das Weite .

Heute hab ich' s hingekriegt

und hab das Teufelchen besiegt .

Doch wie wird es morgen sein ?

Trink ich dann die Flasche Wein ?

Ich hör schon wie der Teufel kichert :

" Ich komme wieder - sei versichert .... ! "

 

(c) Heike Diehl

 

 


 

Spaß im Regen

 

Ist der Himmel mal am flennen,

dann sieht man oft die  Leute rennen .

Verschwinden schnell in ihrem Haus

und seh' n dabei so mürrisch aus .

 

Finden' s viele auch zum Kotzen ,

ich tu dem Regenwetter trotzen 

und geh bei Regen trotzdem raus ,

das macht mir überhaupt nix aus .

 

Latsch durch die Pfützen wie ein Kind

Wenn auch so mancher denkt : Die spinnt !

Bin ich auch pitsche- patschenass !

Hach - das macht so richtig Spaß !

 

Der Regen tut mir richtig gut ,

hab mit Erkältung nix am Hut 

und ist der Winter dann in Sicht -

Eisregen ?  Nee - den mag ich nicht !

 

(c) Heike Diehl


 

Rauswurf nach Rauswurf

 

Ute Knopp war Stenotipistin

und stöhnte : " Chef ! Wo soll dieser Mist hin ?

Ich bin überlastet , seh nur noch Gespenster ! "

Sie warf die Akten aus dem Fenster .

 

Da rief der Chef . " Sind Sie bescheuert ! ?

hau´ n Sie ab - Sie sind gefeuert !

Ich möchte Sie hier nicht mehr seh´ n -

eines noch , bevor Sie geh´ n - 

Sie heben diesen Krempel auf

und bringen alles zu mir rauf ! "

 

Man sah sie rauf und runter flitzen ,

war am japsen und am schwitzen .

Der ganze Krempel war nun oben .

Sie dacht´ der Chef der würd´ se loben

und den Ausbruch ihr verzeih´ n -

doch der Chef der sagte : " Nein !!!

Verschwinden Sie im Dauerlauf ,

doch vorher räumen Sie noch auf . "

 

Das tat die Ute , voller Wut

und  nahm schließlich ihren Hut

und suchte schnell das Weite -

kurz drauf da war die Firma pleite ...

und die Ute Knopp ?

Die fand ganz schnell ´ nen andern  Job .

 

        (c) Heike Diehl