Hicks

 

Ich gönnte mir ' ne Flasche Wein -

da sah ich doch im Kerzenschein -

ein Geist fuhr aus der Flasche raus 

und der sah recht komisch aus .

 

Er sagte zu mir : " Hallo Kleines !

Ich bin Hicks - der Geist des Weines .

Trinkst du diese Flasche aus

dann komm ich aus der Flasche raus .

 

Ich hexe dich jetzt winzig klein

und stopf dich in die Flasche rein ,

dann bist du auch ein Geist im Wein

und du wirst es immer sein . "

 

Da bekam ich richtig Frust

und rief : " hab aber keine Lust

in der Flasche Wein zu hocken ,

damit kannst du mich nicht locken . "

 

Du armseliger , kleiner Wicht ,

da haste Pech - mich kriegste nicht ! "

ich packte ihn am Kragen ,

da konnt' er nix mehr sagen ,

stopf in die Flasche ihn hinein

und drückte schnell den Korken rein .

 

Wie 's  weitergeht , das wollt ihr wissen ?

Ich lag im Bett auf meinem Kissen .

Es war alles nur ein Traum .

man träumt ein Scheiß - man glaubt es kaum !

 

(c) Text und Bild :Heike Diehl


 

 

Hexenflug und Knochentanz

 

Vom Moor gibt' s vieles zu berichten

gruslig - schaurige Geschichten .

Menschen waren dort versunken

bis auf den Grund und war' n ertrunken .

 

Nach Jahren dann - oh Schreck - oh Graus

dann kamen sie als Geister raus 

und aus dem dunklen , tiefen Moor

steigen sie dann nachts empor .

 

Wenn' s dunkel wird dann kommen sie -

Ein Gekicher : Hihihiiiiiii !!!

Die Hexe namens Elinor

fegt mit dem Besen durch das Moor

 

Aus des Moores dunklem Matsch

da steigen plötzlich - is kein Quatsch -

Skelette auf , im Mondes Glanz

vollführen einen Knochentanz .

 

Wird es dann Morgens wieder hell

verschwinden sie und zwar ganz schnell.

Ihr glaubt nicht an das Geistertreiben ?

Na gut - dann lasst ihr' s eben bleiben !

 

(c) Heike Diehl

                                                        Bild : (c) Heike Diehl


 

 

 

Todglücklich

 

Es klappern die Knochen am Abend ,

es klappern die Knochen am Morgen ,

es ist so erquickend und labend ,

ich mach mir um gar nix mehr Sorgen .

 

Ich bin tot , mir kann nix  passieren ,

kann mein Leben  nicht mehr verlieren .

Die Lebenden plagt  mancher Schmerz ,

am Kopp , im Kreuz , im Bauch , am Herz .

 

Die haben' s manchmal ganz schön schwer .

Wie gut hab ich' s - da schmerzt nix mehr .

Ich glückliches Gerippe ,

krieg niemals mehr die Grippe .

 

 

Text und Zeichnung:(c) Heike Diehl


 

 

 

Das alte Haus im Wald

 

ich geisterte mal durch den Wald

da sah ich ein  Haus - es war schon uralt .

Ein ziemlich marodes Gemäuer -

es war mir nicht geheuer !

Nur eine Tür , kaputte Fenster -

gibt' s hier Geister und Gespenster ?

Die spuken hier bestimmt herum

und bringen mich vielleicht noch um !

 

Trotz Grausen oder Bangen ,

da packte mich doch das Verlangen ,

in das Haus hineinzugehn

mich in dem Haus mal umzusehn .

Es zog mich voll in seinen Bann -

ich knipste meine Lampe an ,

sprach mir Mut zu - ging hinein -

und im hellen Lampenschein -

da sah ich ein Skelett - oh Graus !

Teufel auch - ich will hier raus !

 

Die Tür flog zu - von Geisterhand -

ich verlor fast den Verstand !

Die Tür blieb verschlossen , sie ging nicht mehr auf

und das Unheil nahm schnell seinen Lauf ..

Ein Geist kam auf mich zu geschwebt -

sowas hab ich noch nie erlebt !

 

Der Geist der öffnet mir die Tür

und sagte nur : " Hinaus mit Dir !

Verschwinde und lass ' mich in Ruh

und mach ' die Tür von außen zu ! "

 

Ich dachte schon ich wär gefangen -

es war noch einmal gut gegangen .

Ich ging dem Geist nur auf den Geist-

ich weiß noch nicht mal wie er heißt .

ach ich nenne ihn Hui Buh

und lass ihm einfach seine Ruh .

 

(c) Foto : Heike Diehl


 

 

 

 

Das Dünengespenst

 

 

Was ich gesehn hab glaubt ihr nicht ,

ihr denkt ich wäre nicht ganz dicht ,

was ich in Dänemark erlebte ,

was oben um den Leuchtturm schwebte -

nachts bei Vollmond - es war kalt -

da sah ich eine weiße Gestalt  .

 

Wie gebannt stand ich am Fenster .

Gibt es also doch Gespenster ?

War' s ein Mann ? War' s eine Frau ?

Das wusste ich nicht so genau .

War' s ein Engel ? War' s ne Fee ?

Eine Jungfrau aus der See ?

 

Der Schreck fuhr mir in alle Glieder ,

so schnell sie kam verschwand sie wieder .

Ich konnt ' nicht glauben was ich sah -

auf einmal war sie nicht mehr da ..

Der Leuchtturm strahlt in hellem Schein -

wo mochte die Gestalt bloß sein ?

 

Plötzlich kam ' ne Wolkenwand ,

woraufhin der Mond verschwand .

Auch die Gestalt sah ich nicht mehr .

Das ist jetzt fünfzehn Jahre her .

Ich sah das Gespenst nur diese Nacht -

wie oft hab ' ich daran gedacht .

 

Text und Foto : (c) Heike Diehl


 

 

 

 

Der unheimliche Dichter

 

In einem tiefen , düsteren Wald

da lebte ein  Dichter , der war schon uralt .

Ein Mörder war dieser

ein böser , ein fieser.

 

Er schrieb nur mit Blut,

damit schreibt sich' s ja gut .

Er schrieb mit ' nem  Knochen -

-der war von dem Jochen -.

den  Jochen sucht man schon seit Wochen ...

 

Er machte ihn kalt in dem finsteren Wald.

In dem Wald da wollt ' er bleiben

und noch viele , viele Gedichte schreiben ....

 

(c) Text und Zeichnung : Heike Diehl


Spuk im Zimmer

 

Neulich nachts lag ich im Bett,

ganz dunkel war' s im Zimmer .

Durch' s Zimmer tanzte ein Skelett ,

da hört ' ich ein Gewimmer ...

 

Ne Hexe schwebte über mir

auf ihrem ollen Besen

und an der Tür stand ein Vampir -

ein gräßlich . schaurig ' Wesen .

 

Wo kamen die nur alle her

die schaurigen Gespenster ?

Ich knipste meine Lampe an -

da flohen sie durch' s Fenster ...

 

(c) Heike Diehl

Bild/ Zeichnung.(c) Heike Diehl


 

 

 

 

Traum oder Wirklichkeit

 

 

Die Uhr schlug Zwölf - es war  Mitternacht !

Schweißgebadet da bin ich erwacht !

Hell schien der Vollmond durch das Fenster

und um mich herum da tanzten Gespenster .

Ich saß senkrecht im Bett - ich war wie gebannt -

verlor ich langsam den Verstand ?

 

Plötzlich hört 'ich ein Geheule -

am Fensterbrett saß eine Eule .

Ein Rabe krächzt - der Donner kracht -

der Vorhang fliegt - was für ' ne Nacht !

 

Die Geister sprachen kein einziges Wort -

die Uhr die schlug Eins und da waren sie fort !

Ob sie Traum oder Wirklichkeit waren ?

 

Tja - das werd ' ich wohl niemals erfahren .

 

(c) Text und Bild :Heike Diehl